
Ausschreibung: Corporate und Product Carbon Footprint
Die Ausschreibung „Corporate und Product Carbon Footprint“ von ReGaP sucht Verbundprojekte, die Energienachweise sowie Corporate und Product Carbon Footprints für produzierende Unternehmen praxisnah, standardkonform und digital nutzbar machen. ReGaP ist eine Innovationscommunity zur Steigerung der Energieeffizienz in der industriellen Produktion durch KI-Anwendungen; als technische Plattform dient die Open-Source-Industrie-4.0-Plattform oktoflow.
Im Mittelpunkt stehen zwei mögliche Projektschwerpunkte: A: die Erfassung, Ermittlung und Berechnung von Energieverbräuchen innerhalb einzelner Unternehmen, zum Beispiel für den PCF einzelner Produkte oder den CCF von Produktionshallen. B: Energienachweise über Unternehmensgrenzen hinweg, insbesondere entlang von Lieferketten mit mindestens zwei beteiligten Unternehmen.
Gesucht werden digitale Werkzeuge, Komponenten und Methoden, die Unternehmen bei der regelkonformen Berechnung von PCF/CCF unterstützen. Die Ergebnisse sollen möglichst als Open Source oder als sogenannte Community Assets bereitgestellt werden, etwa in Form von Berechnungsmethoden, technischen Erfahrungen, Werkzeugbeschreibungen oder Erfolgsgeschichten. Wichtig ist außerdem die Anbindung an oktoflow sowie die praktische Demonstration in realen Unternehmenskontexten.
Antragsberechtigt sind unter anderem Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verbände, Vereine und Non-Profit-Organisationen. Voraussetzung ist ein Verbundprojekt mit mindestens zwei Partnern sowie eine aktive Mitgliedschaft in der ReGaP-Community oder eine überzeugende Erklärung zum Beitritt.
Die Bewerbung erfolgt zweistufig: Zunächst ist bis 13.07.2026 eine Projektskizze im PDF-Format per E-Mail einzureichen. Ausgewählte Skizzen können anschließend einen förmlichen Förderantrag beim BMBF stellen. Die maximale Gesamtförderung beträgt 400.000 Euro für Schwerpunkt A und 500.000 Euro für Schwerpunkt B; die Projektlaufzeit soll 18 Monate nicht überschreiten.
hannoverimpuls GmbH
GL
Georg Leuteritz
Head of department Trends & Innovation
Details
ReGaP: CCF und PCF
Chemistry, Pharma & BioTech
Energy
Industry
Information & communication technology
Agriculture
Logistics
Aerospace
Smart City
Textile Industry & Fashion
Environment & Resources
01/2027 - 06/2028
BMFTR
Problem
Produzierende Unternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung, ihre Energieverbräuche und daraus resultierenden CO₂-Emissionen nicht nur allgemein zu erfassen, sondern belastbar einzelnen Produkten, Produktionsschritten oder Lieferkettenabschnitten zuzuordnen. In der Praxis fehlen dafür häufig durchgängige, standardisierte und digital integrierte Verfahren. Energie-, Maschinen-, Betriebs- und Materialdaten liegen oft in unterschiedlichen Systemen vor, sind nicht eindeutig einem Produkt zuordenbar oder werden nur auf Hallen-, Linien- oder Unternehmensebene gemessen. Dadurch entstehen Unsicherheiten bei der Berechnung von Product Carbon Footprints und Corporate Carbon Footprints.
Besonders schwierig ist die Situation in komplexen Produktionsumgebungen mit wechselnden Aufträgen, Maschinenstillständen, Ausfallzeiten, schwankenden Energiepreisen, variierenden Materialeinsätzen und unterschiedlichen Auslastungen. Bestehende Berechnungsansätze sind häufig manuell, zeitverzögert oder stark vereinfacht. Sie bilden reale Produktionsbedingungen nur unzureichend ab und sind daher für Unternehmen nur begrenzt nutzbar, insbesondere wenn Nachweise gegenüber Kunden, Zertifizierern oder Partnern erforderlich werden.
Hinzu kommt, dass CO₂-Informationen entlang von Lieferketten bislang nur eingeschränkt standardisiert ausgetauscht werden können. Unternehmen benötigen jedoch verlässliche, nachvollziehbare und vertrauenswürdige Daten von Vorlieferanten, um eigene Produktfußabdrücke korrekt berechnen zu können. Gleichzeitig bestehen Unsicherheiten hinsichtlich Datenqualität, Datensouveränität, Schnittstellen, Nachweisformaten und Zertifizierungsanforderungen.
Das zentrale Problem besteht somit darin, dass es bisher an niedrigschwelligen, interoperablen und praxisnahen digitalen Werkzeugen fehlt, die reale Energieverbräuche erfassen, standardkonform auswerten und für die Berechnung von PCF und CCF nutzbar machen. Dadurch können viele Unternehmen die Anforderungen an Energienachweise und CO₂-Bilanzierung nur mit hohem Aufwand, begrenzter Genauigkeit und geringer Vergleichbarkeit erfüllen.
Objective and Approach
The aim of this tender is to develop practical solutions that enable manufacturing companies to record, calculate, and document their energy consumption and the resulting CO₂ emissions in a transparent, standards-compliant, and, where possible, automated manner. The focus is particularly on the Product Carbon Footprint (PCF) of individual products and the Corporate Carbon Footprint (CCF) of companies, production facilities, or production processes.
A key objective is the development of digital tools, methods, and components that provide companies with low-threshold support in creating energy performance certificates. These solutions should be based on realistic energy consumption data, be integrable into industrial production environments, and ideally connectable to the open-source platform oktoflow .
Furthermore, the tender aims to make calculation methods for PCF and CCF more comparable, transparent, and user-friendly. This includes standardized verification formats, suitable interfaces, consideration of certification requirements, and procedures for complex production situations such as fluctuating capacity utilization, downtime, outages, or energy and material consumption that cannot be clearly attributed.
Another goal is to consider CO₂ and energy certificates across company boundaries. Particularly along supply chains, processes should be developed to enable the standardized, reliable, and usable exchange of PCF information between companies.
The results of the projects are intended not only to benefit the participating partners, but also to be made available to the entire ReGaP community. The aim is therefore to create reusable community assets , such as open-source components, calculation methods, technical expertise, tool descriptions, and best practices. This will strengthen the ReGaP community and further develop the open innovation process for more energy-efficient industrial production.
