Rekordjahr mit Baustellen: Der Deutsche Startup Monitor 2026 ist da
Der Startup-Verband hat den Deutschen Startup Monitor 2026 veröffentlicht. 1.803 Gründer*innen haben an der Befragung teilgenommen, 6,2 % davon aus Niedersachsen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wo das Land gut aufgestellt ist und woran im Ökosystem noch gearbeitet werden muss.
Ein Jahr der Rekorde
Noch nie wurden in Deutschland so viele Startups gegründet wie 2026. Bis Ende September flossen 8 Mrd. Euro Wagniskapital in deutsche Startups, mehr als im gesamten Vorjahr. Hochgerechnet sind 12 Mrd. Euro möglich. Mit 39 Unicorns erreicht Deutschland zudem einen neuen Höchststand. Das Geschäftsklima liegt mit 33,2 Punkten leicht über dem Vorjahr, und 58,5 % der Gründer*innen erwarten eine bessere Entwicklung.
Hochschulen bleiben die Startrampe
Für Niedersachsen mit seiner dichten Hochschul- und Forschungslandschaft ist ein Ergebnis besonders relevant: 50,5 % der Gründer*innen haben Unterstützung von Hochschulen oder Forschungseinrichtungen erhalten. Mehr als zwei Drittel bewerten diese Unterstützung als wichtig oder sehr wichtig. Am stärksten wirken Hochschulen über den Zugang zu Talenten (55,6 %) und die Vernetzung in die Startup-Szene (51,2 %). Die Nähe zu Hochschulen ist zugleich der am besten bewertete Standortfaktor (76,5 %). Mit GOe FUTURE in Göttingen ist Niedersachsen außerdem einer der zehn Standorte der neuen Startup-Factories, die den Transfer aus der Wissenschaft stärken sollen. Rund 47 % der Gründer*innen kennen die Factories bereits.
DeepTech wird zum Investmentmagneten
58,9 % der Startups geben an, dass ihr Produkt direkt oder indirekt auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. 9,9 % zählen im engeren Sinne zu DeepTech. Die Investments in DeepTech- und Life-Science-Startups sind bis Mitte September auf 6,4 Mrd. Euro gestiegen, nach 2,9 Mrd. Euro im gesamten Vorjahr. Getragen wird der Sprung vor allem von Energie und Verteidigung. Die Studie hebt dabei ausdrücklich Energiewirtschaft, Robotik und Maschinenbau hervor, also Felder, in denen Niedersachsen industriell und wissenschaftlich stark vertreten ist.
Kooperationen mit der Wirtschaft verlieren an Fahrt
Nur noch 54,1 % der Startups arbeiten mit etablierten Unternehmen zusammen. 2020 waren es 71,8 %. Dabei sind 74,2 % der Startups mit dem Return on Invest dieser Kooperationen zufrieden. 72,3 % suchen vor allem Referenzkunden, und der B2B-Anteil am Umsatz erreicht mit 76,5 % einen Rekordwert. Für ein Land mit starkem Mittelstand und großen Industrieunternehmen liegt hier ein klarer Hebel, etwa über Matching-Plattformen wie innomatch.
Kapital und Netzwerke als Engpass
Beim Zugang zu Kapital sehen Gründer*innen an ihrem Standort den größten Nachholbedarf: Nur 25,6 % bewerten ihn positiv. Die größte Hürde im Fundraising ist mit 59,5 % die Suche nach passenden Investor*innen. Nur rund die Hälfte der Befragten bewertet das eigene Netzwerk als gut. Entsprechend klar ist der Wunsch an Events: 59,8 % wünschen sich Formate mit klarem Branchenschwerpunkt, 54,7 % Events mit Investor*innen. Gefragt sind also kuratierte Formate mit dem passenden Teilnehmendenkreis.
Die komplette Studie
Den Deutschen Startup Monitor 2026 mit allen Ergebnissen gibt es beim Startup-Verband.
Bildnachweis: Startup-Verband.
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